Funktion und Einsatzmöglichkeiten

Zur Sicherung von Unfallstellen sowie von Baustellen wurden bis 1952 in Deutschland rot-weiß gestrichene Fässer oder Tonnen verwendet. Jedoch stellten auch diese Absicherungen potentielle Unfallursachen dar, insbesondere durch das schwere Gewicht der Absperrungsfässer. Mit der Erfindung der Leitkegel aus Gummi in Hütchen-Form als Absperrgerät und auch Verkehrszeichen wurden diese potentiellen Unfallursachen deutlich reduziert. Kurzfristig und schnell kann damit vor Einsatz- und Unfallstellen gewarnt und diese auch abgesichert werden. Durch die weißen Querstreifen auf orangen Grund wird der Warneffekt weiter verstärkt.

Jedoch sind diese Warnungen vor Störungen im Verkehrsfluss nur für diejenigen Verkehrsteilnehmer wahrnehmbar, die sich auch direkt vor Ort an der Unfall- oder Baustelle befinden. Aktuell können die Verkehrsstörungen nicht in Echtzeit und auch nicht direkt an andere Verkehrsteilnehmer weitergegeben werden. Hier wird der vom Magdeburger Institut ifak entwickelte intelligente Leitkegel zukünftig Abhilfe schaffen. Damit sich aus dieser Behinderung keine Gefährdung für die anderen Verkehrsteilnehmer entwickelt, müssen eine umgehende und ausreichende Absicherung der betreffenden Störstelle sowie eine rasche Informationsweitergabe über die Störung an anderen Verkehrsteilnehmer erfolgen.

Der im Institut ifak entwickelte Intelligente Leitkegel dient dazu, Informationen über plötzlich auftretende Störungen im Straßen- und besonders im Kreuzungsumfeld, wie bspw. Unfälle, Behinderungen durch Fahrzeuge und Gegenstände, Mäharbeiten, Havarien oder ungeplante Baustellen rechtzeitig und automatisiert an andere Verkehrsteilnehmer zu verbreiten. Die Einsatzmöglichkeiten des Leitkegels sind dabei vielseitig: er ist ein Werkzeug für Polizei, Rettungs-, Bergungs- und Servicekräfte, in deren Arbeitsabläufe er eingebettet werden kann.

Der Intelligente Leitkegel verfügt über mehrere elektronische Module für Ortung und Kommunikation, mit denen unter anderem eine selbständige, hochgenaue Verortung des Leitkegels erfolgt. Durch die Verwendung von Methoden wie das Precision Point Positioning (PPP) und das Differential GPS (DGPS) werden wesentlich höhere Genauigkeiten als mit normalem GPS erreicht, sodass eine spurfeine Verortung auf einer digitalen Karte erreicht werden kann.

Weitere Features, wie z.B. die automatische Ermittlung der Länge einer Störung durch die digitale Vernetzung mehrerer Intelligenter Leitkegel werden durch ein Cloudbasiertes Leitkegelmanagement ermöglicht. Die ermittelten Informationen zu Stör‑ und Sperrstellen werden erhoben, aufbereitet und über Mobil- und Sonderfunk an interne Zentralen sowie Plattformen weitergegeben.

Eine Anbindung an die öffentliche Plattform Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM, www.mdm-portal.de) wurde ebenfalls schon durch das ifak realisiert und erfolgreich erprobt. Somit können Verkehrsteilnehmer auch über große Distanzen in Echtzeit über vorhandene Störungen auf ihrer Strecke informiert werden, indem über Internet, Radio (TMC), DAB, Leitsystemen oder künftig auch direkte Fahrassistenzsysteme diese orts- und zeitkritischen Daten abgerufen werden. Der Leitkegel wird damit als Datenanbieter Teil der digitalen Infrastruktur des Mobilitäts Daten Marktplatzes.

Gefahrenwarnung in Fahrzeugen mithilfe des Intelligenten Leitkegels